Kurzerklärung |
Eine kognitive Dissonanz ist ein unangenehmer Gefühlszustand, der auftritt, wenn mehrere Kognitionen (=Wahrnehmungen, Meinungen, Einstellungen) unvereinbar sind. Es entsteht das Bedürfnis, die kognitive Dissonanz aufzulösen („Harmoniebedürfnis“). |

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Schematische Darstellung von kognitiven Dissonanzen – ein Störgefühl entsteht
Im Verhalten der Investoren tritt das Phänomen der kognitiven Dissonanz oft durch gegensätzliche Informationen auf. Zu einer kognitiven Dissonanz kommt es beispielsweise oft, wenn nach einem Aktienkauf trotz positiver Erwartung die Kurse nicht steigen. Das kann zu einem „Zurechtbiegen“ von Informationen führen, wie z. B. „wenn die Aktie nicht gleich steigt, werde ich eben zum langfristigen Investor“. Kognitive Dissonanzen sind aber auch ursächlich dafür, dass nach dem Kaufentscheid gute Informationen positiver wahrgenommen werden, als dies ansonsten der Fall wäre. Ebenso werden negative Informationen dann gerne verdrängt.
Kognitive Dissonanzen erfordern eine hohe Selbstdisziplin.
Da der Mensch ein Harmoniebedürfnis besitzt und markante kognitive Dissonanzen nicht lange erträgt, besteht ein starker Drang, sie aufzuheben. In den Finanzmärkten gehört beispielsweise das Argument „dieses Mal ist alles anders“ zu den Klassikern der Dissonanz-Vermeidung. Kognitive Dissonanzen sind deshalb für Investoren eine gefährliche Falle, weil ihr Erkennen und Aushalten-Können ein hohes Mass an Selbstdisziplin erfordert.