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Markttechnik in Theorie und PraxisPrint
für mittel- bis langfristige Aktien Investments
Bâloise + Synthes(vo)
18.07.09 0:10

Trends sind Definitionssache

Trends sind Definitionssache. Sie können über Linien oder gleitende Durchschnitte festgemacht werden. Aber raffinierter, auch wesentlich aufwendiger und ertragreicher ist es, sie anhand des strukturellen Bildes festzulegen.

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Bâloise ist zwischen März und April angestiegen und befinden sich seit Anfang Mai in einer mittelfristigen Konsolidierung. Heute klingt diese Konklusion plausibler, als sie vor einer Woche geklungen hätte. Das Letzte, was Bâloise da gezeigt hatte, waren neue 3-Monatstiefs.

Die jüngsten Marktbewegungen beeinflussen die Wahrnehmung der Investoren überdurchschnittlich. Zudem: Je länger ein Trend besteht, desto eher wird sein Fortbestand antizipiert. Man hat sich arrangiert und die Trendlinien geben einem Recht.

Gefallen, aber im Flag

Die Bâloise-Aktien sind während der vergangenen 2 Monate nicht nur gefallen. Sie haben auch eine Flag-Struktur ausgebildet. Fallende Kurse haben in diesem Kontext dieselbe Aussagekraft wie die sinkenden Temperaturen an einem Juni-Abend: Vorübergehend wird es etwas kühler. Darüber hinaus steigen die Temperaturen jedoch weiter. Die nächsten Preisziele liegen bei 92/93 Franken, wo die Aktie dann gleich einer grundlegenden Neubetrachtung unterzogen werden müsste.

Als „Flag“ wird eine Kurs-Sequenz bezeichnet, wenn die Kurse in einem regelmässig strukturierten Muster und in kanalähnlichem Verlauf dem Ursprungstrend entgegenlaufen. Diesen Zustand haben wir seit Mitte Mai relativ zum vorhergehenden Anstieg ab Mitte März. Derselbe Zustand zeigt sich allerdings auch im langfristigen Bereich, wo sich seit Oktober 2008 relativ zum vorausgegangenen Abwärtstrend ebenfalls ein Flag ausgebildet hat.

Der seit März laufende Börsenanstieg geht voraussichtlich in die zweite Runde. Solche mehrstufigen, langgezogenen, sich dann aber stellenweise stark beschleunigenden Anstiege sind typisch für Erholungen - im vorliegenden Fall eine grosse und eben noch unfertige Erholung innerhalb des seit 2007 laufenden Bearmarkets. Diese Anstiege sind mit häufigen Präferenzwechseln der Marktteilnehmer verbunden.

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Wedge fallera

Bislang ist der Investor ganz gut ohne Synthes zugange gekommen. Die Aktie fiel zuletzt auf absoluter als auch auf relativer Basis. Keinerlei Anreize, sich dem Titel anzunehmen, aber das ändert sich gerade. Synthes hat eine Falling Wedge ausgebildet. Solche Muster bilden sich am Ende eines Trends aus. Wir haben uns auf den Wimpel geschrieben, die Aktie jetzt in höherer Kadenz zu beobachten, weil sich aus solchen Strukturen heraus oft ein ausserordentlich schnell ablaufender Umschwung ergibt. Zusammen mit den in den letzten beiden Ausgaben dieser Kolumne erwähnten UBS und Swiss Re rangiert Synthes auf der Favoritenliste für die kommenden 1-2 Monate.

Anders als bei den anderen beiden Titeln könnten die Triebwerke der sich aus technischer Sicht vom Gros der Aktien wesentlich unterscheidenden Synthes auch dann noch auf Hochtouren laufen, wenn der Gesamtmarkt seinen nächsten Kursgipfel bereits erreicht hat.


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