1. Was erwarten Sie vom Euro?
| Wir fragten: Der Euro notiert gegenüber dem Dollar aktuell bei 1.3700. Welches der beiden untenstehenden Ziele wird er ZUERST erreichen? |
| 1.34 (Euro weitere 3 Cents schwächer) | 67,5 % |
| 1.40 (Euro um 3 Cents stärker) | 32,5 % |
67,5% der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass der Euro zuerst auf 1.34 $/€ sinkt. Aber auch mittelfristig gesehen ist die Stimmung gegenüber dem Euro schlecht.
Auf die Frage, wie wahrscheinlich es sei, dass der Euro in den kommenden 3 Monaten gegenüber dem Dollar wieder über 1.42 steigt, entschieden sich gerade einmal 21,8% für sehr wahrscheinlich. Eine massive Mehrheit von 78,2% sieht ein solches Szenario als wenig plausibel an.

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Dieses Ergebnis passt zum Resultat der nächsten Frage.
2. Wie steht es um die Eurozone?
| Wir haben gefragt: Können Sie sich vorstellen, dass in den kommenden zwei Jahren ein Mitgliedstaat der Eurozone Pleite geht? |
| Ja | 35,5 % |
| Nein | 64,5 % |
Immerhin ein Gutes Drittel der Umfrageteilnehmer erachtet den Staatsbankrott eines Landes der Eurozone als möglich. Von den anderen zwei Dritteln ist zu vermuten, dass sie zwar das Worst Case Szenario nicht teilen. Aber sie dürften die Bemühungen um die Lösung der Finanzprobleme der PIGS (Portugal, Irland, Griechenland, Spanien) genauestens verfolgen.
3. Wie sicher ist das Top-Rating der USA?
Wir wollten wissen: Der US-Finanzminister hat auf die Frage, ob die USA ihr AAA-Rating verlieren könnten geantwortet: "Definitiv nicht, und das wird diesem Land auch nie zustossen." Glauben Sie diese Aussage?

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Quelle: Invest.ch / US-Treasury DepartmentNur 36,1 % teilt die Überzeugung Geithners. 68,5 % sagten Nein. Sie rechnen offenbar mit einem Verlust der Bestnote.
Fazit
Auch wenn im Falle der Eurozone der schlimmste Fall von einer Minderheit angenommen wird, ist das Misstrauen gross. Der Glaube an solide Staatsfinanzen der PIGS ist zumindest erschüttert. Wacklig auch das Vertrauen in die Finanzlage der USA. Die Antwort auf die Frage nach dem AAA-Rating lässt zwar nicht den Schluss zu, dass die Investoren dem US-Finanzminister als Person misstrauen.
Aber die Folgerung dürfte korrekt sein, dass die USA schnell glaubwürdige Schritte bei der Sanierung des Staatshaushaltes einleiten müssen, um die Glaubwürdigkeit der Finanzpolitik zu wahren. Eine Feststellung, die auch für die Politiker der PIGS in der Eurozone gilt.
Das mässige Vertrauen in die US-Finanzpolitik lässt Zweifel aufkommen, wie stabil der Trend zu einem starken Dollar ist. Es braucht wahrscheinlich nicht viel, bis das Pendel der Stimmung wieder zugunsten des Euros ausschlägt. Da sowohl Staaten der Eurozone als auch den USA in Sachen Staatsfinanzen eine relativ grosse Skepsis entgegengebracht wird, dürften die Investoren zurzeit zwischen den vergleichbar geringeren Übeln wählen. Zwar zeigt die Umfrage, dass der Grossteil der befragten Personen gegenüber dem Dollar positiv eingestellt ist.
Aber die Ergebnisse der Fragen nach den Staatsfinanzen zeigt implizit: Wirkliche Begeisterung für den Dollar gibt es sowenig wie für den Euro. Es kann somit sein, dass relativ rasch der Dollar relativ zum Euro wieder als das grössere Übel angesehen wird.
Vielen Dank
für die Teilnahme an der Umfrage. Sie erreicht etwa 80000 bis 120000 Online-User aus dem Leserkreis unserer Website invest.ch, aber auch der Online-Ausgaben der Wirtschaftsseiten von Basler-, Thurgauer- und Berner Zeitung, Tages-Anzeiger und Finanz + Wirtschaft, wo diese Umfrage ebenfalls aufgeschaltet wird.
(Stimmentotal: 197)