DAX Future Daily

TINA ahoi

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01 Roland Bilifotos ch

Roland Vogt

28.10.2020 08:10
FDAX 28 10 2020 09 11 21
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Konstellation

Im Morgenupdate vom 19. Oktober wurde hier bereits das Bewegungsziel ~12000 € benannt. Auch diese Einschätzung kam nicht aus heiterem Himmel, wie «Mission erfüllt» vom 13. Oktober zeigt. Das kann man heute vielleicht kaum noch glauben.

Diese 12000 entspricht dem typischen, nicht extendierten Bewegungsziel der am 13. Oktober gestarteten C-Sequenz (rechter oranger Pfeil). Diese C-Sequenz bildet im übergeordneten Kontext einen Tertiärtrend ab (→ siehe auch Erklärgrafik vom 21.10.).

Im Bild zuunterst auf dieser Seite habe ich eine Grafik angehängt, die sonst in die Roadmap bzw. ins Strategy Lab gehört. Investoren, die den Eindruck haben, dass sich die Dinge nun plötzlich zum Schlechten gewendet haben, erkennen da, dass das keineswegs so ist. In der Grafik finden sich auch drittrangige Tertiärtrends wieder.

Ich weiss, das klingt möglicherweise etwas komplex. Aber der Preisbildungsprozess an Märkten ist nicht so simpel wie in planwirtschaftlichen System. Deshalb verdienen an den Finanzmärkten auf Dauer nur smarte, entscheidungsstarke Investoren Geld.

Also in jedem Fall auch solche, die nicht nur kurzfristig, sondern systematisch agieren und sich im Juli/August nicht von populistischen Analysen haben einseifen lassen.

Entscheidungslage

Die Ausgangslage ist wahrscheinlich jetzt für kaum einen Investor die gleiche. Wer im Juli sein Lager Roadmap-kompatibel an die TINA-Investoren verkauft hat, wird ruhig zuwarten. Ihn interessiert dann auch nicht, wo die tertiäre C-Flanke die nächsten Stunden aufschlägt. Schlicht und einfach, weil er keine Tertiärtrends bewirtschaftet.

Der typische TINA-Investor dagegen wird nicht hinterfragen, ob er gut beraten wurde, sondern seinen Berater nun nach neuen Einschätzungen fragen. Der wiederum wird ihm irgendwas mit Corona erzählen und nicht, dass seine Studie planwirtschaftlicher Crap gewesen war.

Sie sehen also: Die smarten (typischen Roadmap-) Investoren haben auf die Preisbildung zurzeit keinen grossen Einfluss. Aber die möglicherweise wegen neuer, angepasster Studien demnächst in Panik geratenden Andersdenkenden. Deswegen ist die Lage im Mehrtages-Bereich jetzt auch knifflig und stark nachrichtenexponiert.

Aber eben: Es sind nicht die Nachrichten, die Aktien verkaufen, sondern aufgeweckte Investoren. Und irgendwer nimmt ihnen die Ware 12 Prozent unterhalb des Sommerhochs dezent lächelnd ab.

Mehrtages-Frame

Ich glaube, das oben erwähnte Panikpotenzial muss man einberechnen. Im Livestream von Montagnachmittag habe ich das erklärt.

Das rechnerische Bewegungsziel 12000 der C-Flanke ist erreicht. Man muss sich dabei aber überlegen, dass es sich dabei um einen 1200 Euro weiten Tertiärtrend handelt, dessen Amplitude schon vor zwei Wochen ermittelt wurde. Ob der nun effektiv 1350 oder 1205 Euro lang wird, tut am Ende nichts zur Sache. Es geht um die Strategie, nicht um die zuvor erstellte Expertise.

Wenn ich nun betreffend dieses Tertiärtrends ansage, wo er aufsetzt, und dann später die nächste Verkaufswelle folgt, würden die TINA-Investoren mich beschuldigen: «Sie haben gesagt, dass es nicht tiefer geht». TINA-Investoren brauchen jetzt Schuldige. Das kann weder der eloquente TINA-Experte noch der Mann im Spiegel sein. Deshalb werde ich zur kurzfristigen Situation jetzt keine weiteren Aussagen machen. Ich arbeite ohnehin an der nächsten DAX-Roadmap. Nachdem auch die Letzte perfekt gepasst hat, wird es Zeit dafür.

Im Halbstunden-Chart ist im Moment noch kein Ansatz für eine Bodenbildung zu erkennen. Die Latenzzeit für ein solches Setup beträgt aber ohnehin etwa 36 Stunden.

DAX MT 28 10 2020 08 14 31
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